In Umzugszusammenhängen ist ein Zettel auf mich (zurück-) gekommen. Wahrscheinlich ist er unbeachtet seit dem Vorbereitungsseminar im kalten Februar 2012 in irgendeiner Kiste oder Mappe bei mir gewesen. Darauf stehen zwei Sätze, die man sich durchaus häufiger vor Augen halten darf – lesen, denken und beherzigen. Für sich und für andere. Darum gebe ich sie dir mit auf den Weg – durch die nächsten Wochen und darüber hinaus.

Unterwegs. Sein
Die Sehenden sind wie die Träumenden. Sie denken über die Grenzen hinaus. Sie malen Bilder, die über die Realität hinausgehen. Sie finden sich nicht ab mit der vermeintlich unveränderbaren Realität. Dabei kann die Sehnsucht eine ungeheure Kraft entwickeln.

Zugegeben – die beschriebene Szenerie ist vielleicht zu sehr in Pastelltöne getaucht und suggerieren, dass man mit Wollen (oder Träumen) alles schaffen (oder wenigstens denken) kann. Aber wahrscheinlich ist es gerade diese ungebrochene positive Kraft, die eben ungeheure Energie wecken kann. Denn wenn man von Beginn an – trotz aller erlernter Dialektik – in die negative Waagschale Stein um Stein häuft, dann werden die Gründe für ein Stehenbleiben oder gar Zurückweichen doch immer gewichtiger – im Wortsinn.

So ganz weiß ich noch nicht, was ich mit diesem Zettel und seinem Inhalt machen werde. Kann man soetwas wegschmeißen (also – das Papier natürlich schon – aber den Inhalt?).

Nicht so ausschließlich individuell, sondern in meinen Augen ganz hauptsächlich allgemein und gesellschaftlich gültig ist jener oftzitierter Satz:

Das Morgen kann nur blühen, wenn es im Gestern wurzelt und im Heute wächst.

Und – da ich dieses Thema bereits angerissen habe – DAS ist tatsächlich ein Grund für mich, Zeit und Energie in etwas zu investieren, das ersteinmal höchstens Schmuck des Lebens ist. Aber weil das Gestern eben unvollständig wird, wenn wir es nicht lesbar machen oder erhalten für das Heute, höre ich gerne Vertonungen pietistischer Passionsdichtungen aus dem frühen 18. Jahrhundert.

Oh, nachgetragen: Das erste Zitat ist – 2012 nicht mit überliefert… – von Margot Käßmann aus dem Buch „Sehnsucht nach Leben“.

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